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Wöpse

Der Flecken "Wöpse" besteht aus einer kleinen Ansiedlung von überwiegend verstreut liegenden Bauernhöfen und einzelnen Häusern sowie einer Pflasterstraße am Waldrand mit Namen "Klein Bremen", an der insgesamt 8 Häuser liegen. 

Die Grundstücke dieser kleinen Siedlung wurden in den 60er Jahren über einen Bremer Grundstücksmakler verkauft und zunächst von Bremern als Wochenendhäuser genutzt (daher auch der Straßenname, der sich im Zuge der Postleitzahlen-Reform und Namensfindung für Straßen, fand).

Blick ins Wäldchen, das zum Grundstück gehört.

Die Häuser stehen am Rande eines großen Waldgebietes jeweils auf großen Einzelgrundstücken. Eine große Rasenfläche umgibt das Ferienhaus, sodass genügend Spielmöglichkeiten für Kinder bestehen. Nach Südosten geht das Grundstück in Wald über. Nach Nordwesten bietet sich ein herrlicher Blick über eine ausgehnte Felder-Landschaft.

Das Grundstück liegt direkt auf dem Geest -Marschbruch und ist deshalb etwas erhöht. Die Ortsansässigen sprechen auch vom "Wöpser Berg" (30m über NN),  was vielleicht - insbesondere für Nichtflachländer - etwas übertrieben erscheinen mag.

Blick vom Ferienhaus in die Ebene auf die angrenzenden Felder.

Die Geest-Marschlandschaft - Auszug aus dem Internet-Lexikon "Wikipedia" - bezogen auf die Gegend "Wöpse":

… geologisch betrachtet

Die Anhöhen rund um den "Wöpser Berg" sind Ausläufer (östlicher Rand) der Wildeshauser Geestlandschaft, die durch Ablagerungen während der letzten Eiszeit entstanden sind.

Die Anhöhe, auf der dieses Ferienhaus liegt, zeigt die für die Geestlandschaft typische Höhe (35 m über dem Meeresspiegel) gegenüber dem wesentlich flacheren Marschland, dass sich Richtung Nordosten (Blick Richtung Felder, siehe Foto "Blick über die Felder") erstreckt.

Typisch für die Geestlandschaft ist der sandige, wenig fruchtbare Boden. Hier wachsen vor allem Spargel (Wöpse liegt an der "Niedersächsischen Spargelstraße") und Kartoffeln gut. Die Bewaldung der Geestlandschaft besteht überwiegend aus Kiefern.

Dort, wo das Wasser am Ende der Eiszeit nicht ablaufen konnte, findet sich eher Moorgrund, der überwiegend von Birken und Erlen bewachsen ist. Auch dieses Landschaftsbild lässt sich um Wöpse herum immer wieder finden.

Der Flecken "Wöpse" liegt in einem Endmoränengebiet mit Übergang zur wesentlich fruchtbareren Marschlandschaft. Und so findet sich Richtung Hoya ein weit ausgedehntes Gebiet mit Laubwald, insbesondere Buchenwald, das Naturschutzgebiet „Sellingsloh“.

… aus der Perspektive der Besiedlungsgeschichte

Norddeutschlands Geestlandschaft war sehr viel früher besiedelt als die Marschlandschaft. Daher finden sich in der Geestlandschaft z.T. auch Großsteingräber aus der Steinzeit. In den 80er Jahren wurde von diesem Grundstück aus gesehen etwas weiter westlich auf dem Wöpser Berg eine kleine, recht beeindruckende steinzeitliche Kultstätte gefunden. Da sie auf Privatgrund liegt, ist sie nicht öffentlich zugänglich. Auch im angrenzenden Waldgebiet ist recht versteckt eine Ansammlung - von Büschen übewucherter - Hügelgräber zu entdecken (leider nicht entsprechend ausgeschildert).

Die Geest-Marsch-Grenze stellt auch Siedlungs- und kulturgeschichtlich eine Grenze dar. So siedelten die Friesen sich bevorzugt in Marschgebieten an. Auch innerhalb der sächsisch besiedelten Gebiete gab es eine Trennung von bäuerlichen Geest- und Marschkulturen, die nicht zuletzt durch die unterschiedliche Fruchtbarkeit der Gebiete bestimmt war. Für Marschbewohner galt es bis in das 20. Jahrhundert hinein als unschicklich, jemanden von der Geest zu heiraten, da auf diese Weise kein fruchtbares Land in die Familie kam.

Wie sich das früher in Wöpse verhielt, ist uns nicht bekannt.

Sicher ist nur, dass sich schon vor hundert Jahren der Großteil der Familien der weiten, ländlichen Umgebung von Bruchhausen-Vilsen nach der eingefahrenen Sommerernte zum „Brokser Heiratsmarkt“ in Vilsen trafen und dort über mehrere Tage ein Fest stattfand (und auch heute noch die vier Tage um das letzte Augustwochenende jeden Jahres), an dessen Ende die – erhoffte – Hochzeit der jungen Erwachsenen im heiratsfähigen Alter der weitläufigen Umgebung stattfand.